Zielgruppe erreicht!

Autor: Peter Marold

Das Angebot „Tagesruhebetten“ des DND erreicht die Zielgruppe der obdachlosen Konsumenten/innen

Seit 2017 hat sich die offene Drogenszene in das direkte Umfeld des Drogennotdienstes verlagert. Eine Konsequenz ist für viele Betroffene die Nutzung des Drogennotdienstes als Rückzugs- und Verweilraum, als Alternative zu dem Leben auf der Straße, zu jeder Tages- und Nachtzeit und an sieben Tagen in der Woche.

Seit dem 01.01.2017 konnte mit Unterstützung der Stadt Frankfurt eine Erweiterung der Öffnungszeiten der Tagesruhebetten um vier Stunden täglich und eine Erhöhung der Bettenzahl von zwölf auf siebzehn umgesetzt werden. Somit wird nun eine 24-stündige Ruhe- und Schlafmöglichkeit für wohnsitzlose Drogenabhängige im Bahnhofsviertel angeboten und damit ein (wesentlicher) Beitrag zu einer Entspannung der aktuellen Problematik einer offenen Drogenszene geleistet.

Mit der Erhebung der Daten der Tagesruhebettennutzer/innen 2017 sowie der Gegenüberstellung der Daten der Konsumraumnutzer/innen aus 2015 ist es nun möglich, quantitativ wie qualitativ die offene Drogenszene besser zu beschreiben und von den sonstigen Konsumraumnutzer/innen abzugrenzen. Die Zahl der Tagesruhebettennutzer/innen betrug 2017 337 Personen – das entspricht ca. 14 % aller Konsumraumnutzer/innen (2.465), wovon allerdings nicht alle, aber ca. 81 %, schon als Konsumraumnutzer/innen registriert wurden.

Dass das Angebot genau die Zielgruppe der obdachlosen Konsumenten/innen der offenen Drogenszene im Bahnhofsviertel anspricht, verdeutlichen folgende Zahlen:

Während ein überwiegender Teil der Konsumraumnutzer/innen – ungefähr zwei Drittel – über eine eigene Wohnung oder zumindest über ein Zimmer verfügt, ist es bei den Nutzer/innen der Tagesruhebetten gerade mal jeder zehnte. Insofern liegt die Zahl der von Obdachlosigkeit betroffenen Tagesruhebettennutzer/innen bei knapp 90 Prozent.

Ebenfalls überdeutlich zeigen diese Prozentanteile, dass hier insbesondere die Konsumenten/innen der Straße erreicht werden. Genauso aber zeigt dies auch, dass die Konsumräume des DND von dieser Klientel weit überdurchschnittlich in Anspruch genommen werden.

Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass es für diese Klientel der offenen Drogenszene ganz wesentlich um die Bereitstellung und Annahme von Überlebenshilfen geht. In erster Linie zählen Essen und Trinken, Übernachtung bzw. Tagesruhe sowie der Konsum. Andere Angebote, die für die Konsumraumnutzer/innen durchaus von Interesse sind wie Beratung, Therapie sowie die Möglichkeit der Entgiftung, sind bei den Nutzer/innen der Tagesruhebetten deutlich unterrepräsentiert.