Casemanagement und Beratung für cannabiskonsumierende Schülerinnen und Schülern an Frankfurter Schulen (CaBS)

Für die Stadt Frankfurt am Main sind die Ergebnisse der ESPAD- Studie und vor allem der MoSyD-Studie von besonderer Relevanz, da diese die Prävalenz des Cannabiskonsums in den unterschiedlichen Schulformen näher beleuchteten. Es wurde festgestellt, dass insbesondere Schüler/innen an Berufsschulen vergleichsweise häufiger Cannabis konsumieren als gleichaltrige Schüler/innen anderer Schulformen. Zudem wurde nachgewiesen, dass an Berufsschulen mehr Cannabisintensivkonsumenten/innen anzutreffen sind. Insofern ist hier ein besonderer Handlungsbedarf gegeben. Da immer häufiger Anfragen von allgemeinbildenden Schulen an die Beratungsstelle herangetragen wurden, weitete man das Projekt 2006 auf die allgemeinbildenden Schulen aus.

Zielgruppe
CaBS wendet sich an Schüler/innen berufsbildender und allgemeinbildender Schulen in Frankfurt, die Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Cannabiskonsum zeigen.
 
Ziele
  • Reduktion des Cannabiskonsums
  • Erreichen von Abstinenz bei vorhandener Suchtmittelabhängigkeit
  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit 
  • Erweiterung sozialer Kompetenzen.
Das Projekt soll für Lehrkräfte als unterstützendes Konfliktmanagement fungieren. Der Verfahrensweg und die einzelnen Schritte müssen untereinander abgestimmt und klar definiert sein. Die Verzahnung mit Schulsozialarbeit sowie die Mitwirkung der Projektmitarbeiterin an einschlägigen Schulveranstaltungen dient ebenfalls der Unterstützung des Vorhabens.
 
Rahmenbedingungen
In der ersten Phase des Projektes muss das Ablaufdiagramm für jede Schule präzisiert und konkretisiert werden. Die spezifische Vorgehensweisen sowie Rollen- und Aufgabenverteilungen werden gemeinsam festgelegt. Ein Raum für Einzelgespräche sollte nach Möglichkeit von der Schule zur Verfügung gestellt werden.
 
Setting
Die Einzelfallhilfe beginnt mit einer intensiven Einzelbetreuung. Dabei wird ein kontinuierliches Beziehungsangebot genutzt, um ein möglichst stabiles Arbeitsbündnis herzustellen. Erst in einem vertrauensvollen und geschützten Rahmen wird die Einzelfallhilfe oder ein intensives Casemanagement erfolgreich sein können. Daher werden diese ein wichtiger Baustein des Projektes sein. Erfahrungen durch FreD belegen, dass jüngere Menschen besonders stark von Gruppenangeboten profitieren. Sie fördern soziales Lernen, die Motivation zur Reduktion des Konsum bzw. zur Abstinenz und es können wichtige Informationen zu Drogen effizient vermittelt werden. Bei diesen, nach psychoedukativen Aspekten gestalteten Angeboten kommen zusätzlich Themen wie Rückfallprophylaxe, Konsolidierung der Abstinenzmotivation in strukturierter Form zum tragen. Diese Gruppenangebote finden in der Beratungsstelle statt.
 
Zugang
Wichtig für die Inanspruchnahme des Projektes ist die Motiavtionsarbeit der Lehrkräfte und der SozialarbeiterInnen vor Ort. Selbstverständlich können sich die SchülerInnen auch auf direktem Weg an die ProjektmitarbeiterInnen wenden. (Telefon: 069 94 33 03 0 oder 069 91 30 300)
 
Case Management
Ist intensive Einzelfallbetreuung nicht indiziert oder führt diese nicht zum Erfolg vermittelt die Projektmitarbeiterin weitere Hilfen. Hierzu gehören die Hilfeplanung sowie die Anbahnung und Koordination spezifischer Hilfeangebote durch weitere Beratungs- oder Behandlungsstellen, z.B. Erziehungsberatung, familientherapeutische Angebote, psychiatrische Behandlung, Ambulante Rehabilitation, FreD. Die Projektmitarbeiterin als Casemanagerin steuert den Hilfeprozess.
 
Projektevaluation
Im Rahmen der Projektevaluation werden anonymisiert Daten erhoben, die die notwendige Analyse des Projektverlaufes ermöglichen.
 
Voraussetzungen zur Einführung und zum Gelingen des Projektes
Die Akzeptanz und Effektivität des Projektes ist abhängig von der Bereitschaft zur Mitwirkung und Zusammenarbeit der beteiligten Partner und Personen. Es liegen mit Blick auf öffentliche Schulen hinsichtlich des Zugangs und der Inanspruchnahme des Projektes FreD sehr positive Erfahrungen vor, auf die beim Start von CaBS zurückgegriffen werden kann. Wesentlich ist das Zusammenwirken zwischen dem Drogenreferat der Stadt Frankfurt, der Fachberatung für Suchtprävention des Staatlichen Schulamtes für die Stadt Frankfurt, den Berufsschulen, dem Projektträger und der Fachkraft.
 

Für Anmeldungen und weitere Informationen stehen die Projektmitarbeiter/innen gerne zur Verfügung. Sie erreichen diese in unseren Frankfurter Einrichtungen:

  • Jugendberatung und Suchthilfe Am Merianplatz
  • Jugendberatung und Suchthife im Haus der Beratung Süd
 
Lesen Sie hierzu auch den Flyer des Projektes Casemanagement und Beratung für cannabiskonsumierende Schülerinnen und Schülern an Frankfurter Schulen (CaBS).
 
Stand: 02/2021

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