Aktuelles zu Neue psychoaktive Substanzen

Autor: Ulrich Claussen

 

NpSG Neue psychoaktive Substanzen-Gesetz kurzgefasst

 

Im November 2016 ist das Neue-psycho-aktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) in Kraft getreten, mit dessen Hilfe die Verfügbarkeit der neuen psychoaktiven Stoffe (NPS) eingeschränkt werden soll. Erstmals werden mit diesem Gesetz ganze Stoffgruppen verboten, statt wie bisher nur einzelne Stoffe. Eingeschlossen sind bisher von 2-Phenethylamin abgeleitete Verbindungen, also Cathinone und Synthetische Cannabinoide.

Zum Weiterlesen: REITOX-Bericht 2017 an die EBDD

Neue psychoaktive Substanzen in Europa

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) informiert über Neue psychoaktive Substanzen in Europa. Junge Erwachsene (15 bis 24 Jahre) haben zu 8% schon einmal NPS konsumiert, 3% in den letzten 12 Monaten. In 2015 wurden 98 NPS in der EU gemeldet. Synthetische Cannabinoide machen den Großteil der Sicherstellungen und der neu gemeldeten Substanzen aus. Unter NPS werden auch synthetische Opioide und neue Stimulanzien wie synthetische Cathinone gezählt. Bei jeder der erwähnten drei Substanzklassen werden Vergiftungen bis hin zu Todesfällen berichtet. Nach wie vor stehen Todesfälle durch Heroin jedoch im Vordergrund.

Zum Weiterlesen: Europäischer Drogenbericht 2016 der EMCDDA

http://www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2637/TDAT16001DEN.pdf

Notfall mit U47700 in TE Auf der Lenzwiese

Im letzten Jahr gab es einen Drogennotfall in der Therapeutischen Einrichtung Auf der Lenzwiese mit Bewusstlosigkeit und Atemdepression. Es wurde Erste Hilfe geleistet, ein Notarzteinsatz und ein eintägiger Krankenhausaufenthalt waren erforderlich. Beim Patienten wurde U47700 und LSD gefunden. U47700 ist nach unseren Recherchen chemisch verwandt mit Fentanyl und wird als stark sedierend wirkendes Opioid beschrieben.

Notfälle mit Pregabalin

Im angegebenen Artikel werden Notfälle mit Pregabalin-Missbrauch in einer toxikologischen Abteilung einer Klinik in München analysiert. Von 2008 bis 2015 nimmt die Anzahl der Notfälle drastisch zu. Pregabalin-Konsumenten hatten mehr zusätzliche Substanzen konsumiert als andere, vorranging Benzodiazepine, Methadon, Buprenorphin und Heroin. Der Missbrauch von Pregabalin steigt kontinuierlich an und stellt ein relevantes medizinisches Problem dar. Besonders sucht-erkrankte Patienten sind gefährdet. Ärzte sollten sich dem erheblichen Abhängigkeits- und Missbrauchspotenzial von Pregabalin bewusst sein sowie die Gefahren einer Intoxikation kennen.

Zum Weiterlesen: Zellner N. et al.: Alarmierender Pregabalin-Missbrauch: Prävalenz.
Dtsch Med Wochenschr 2017; 142: e140–e147