Masterplan Demografischer Wandel 2030 in Arbeit

Präsentation der Maßnahmen und Bürgerbeteiligung in Hohenstein-Breithardt

Das Gymnasium Taunussstein sowie die Sonnenschule Neuhof beteiligten sich an der Online-Befragung und wurden dafür mit einer Prämie in Höhe von 250 Euro, die für Schulprojekte verwendet werden können, ausgezeichnet.

25. Juli 2022 · Schulsozialarbeit im Rheingau-Taunus-Kreis

(v.l.n.r.):

Landrat Frank Kilian, Manuela Heger (Schulsozialarbeit), Konrektorin Sylvia Lefévre, Rektorin Anne Schmidt (alle Sonnenschule Neuhof), Thomas Zarda (Dezernent für Demografie-Angelegenheiten).

Foto: Pressestelle

Masterplan Demografischer Wandel 2030 in Arbeit

Mit der Fortschreibung des „Masterplanes Demografischer Wandel 2030“ reagiert der Rheingau-Taunus-Kreis auf die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und nimmt den Zeitraum bis ins Jahr 2030 in den Blick.
Den beiden öffentlichen Veranstaltungen in Oestrich-Winkel und Hohenstein-Breithardt war eine Online-Befragung vorausgegangen, an der rund 850 Personen teilgenommen haben. Mehr als die Hälfte, nämlich 55 Prozent, der Teilnehmenden waren junge Menschen unter 21 Jahren. Die Ergebnisse diese Online-Befragung wurden in den Masterplan-Entwurf eingearbeitet. Dieser enthält nun insgesamt 54 Maßnahmen, die Grundlage der weiteren Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort waren.

„Wir sind heute hier zusammengekommen, um Ihre Ideen und Anregungen zu hören und mit Ihnen über weitere Möglichkeiten und Maßnahmen zu diskutieren“, so Landrat Frank Kilian zur Einführung. „Die Fortschreibung des Masterplanes soll gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgen. Damit praktizieren wir aktive Bürgerbeteiligung“, so Kilian weiter.
Bevor Thomas Zarda, Dezernent für Demografie-Angelegenheiten, die Bürgerinnen und Bürger über den weiteren Ablauf und die Arbeit an den vier Thementischen informierte, gab Jana Schäfer von der HessenAgentur, die das Projekt begleitet, einige Informationen zur Bevölkerungsentwicklung. So wird bis zum Jahr 2035 ein Bevölkerungsrückgang von 1,7 Prozent prognostiziert, wobei sich dieser in den einzelnen Kommunen unterschiedlich auswirken wird. Auch in der Altersstruktur gibt es erhebliche Unterschiede. So liegt das Durchschnittsalter beispielsweise in Bad Schwalbach bei 47 Jahren und in Lorch bei 51,8 Jahren. Bürgermeister Daniel Bauer wies in seiner Begrüßung als Hausherr darauf hin, dass die Bevölkerungszahl in Hohenstein nicht unbedingt abnimmt sondern ein Zuwachs an Kindern zu verzeichnen sei, was der Bedarf in Kita- und Schulplätzen belegt.

In der anschließenden Diskussionsrunde konnten die Bürgerinnen und Bürger zu den vier Themenfeldern „Pflege und medizinische Versorgung“, „Neue Formen in Bildung und Arbeit“, „Sport, Kultur und Freizeit“ sowie „Wohnen und Versorgung“ ihre Ideen und Vorschläge einbringen. Nach der Ergebnispräsentation waren die Teilnehmenden aufgefordert, die für sie wichtigsten Maßnahmen in den vier Themenfeldern zu priorisieren.

Eindeutige Schwerpunkte im Themenfeld „Pflege und medizinische Versorgung“ bildete die Einrichtung von Ärztehäusern und Verbandszimmern sowie der allgemeine Pflegenotstand.

Im Themenfeld „Neue Formen in Bildung und Arbeit“ maßen die Bürgerinnen und Bürger der Impulsgebung für demografiesensibles Personalmanagement für Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung und Wirtschaft die größte Bedeutung bei. Zusätzlich wurde hier auf die Bedeutung von Wissenstransfer, Mentoring sowie auf neue Arbeitszeitmodelle hingewiesen. Als weitere wichtige Maßnahme sahen die Teilnehmenden die Erhaltung von Betrieben und Arbeitsplätzen in der Region.

Während im Bereich „Sport, Kultur und Freizeit“ ein lückenloses Radwegesystem sowie Unterstützungs- und Bildungsangebote für Vereine hohe Priorität erhielten, ist der Ausbau der Nahversorgung sowie die Schaffung von Wohnformen für Jung und Alt wie beispielsweise Mehrgenerationenhäuser im Themenfeld „Wohnen und Versorgung“ besonders wichtig.

Für den Themenspeicher wünschten sich die Teilnehmenden umfassendere Informationen zu den bereits bestehenden Angeboten und die Förderung für ein generationenübergreifendes Verständnis.

„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Aber wir müssen uns stets den sich verändernden Umständen anpassen, manchmal auch mit gar nicht besonders spektakulären Ideen. Das erfordert Geduld und das berühmte Bohren dicker Bretter. Das Maßnahmenpaket bietet zahlreiche Möglichkeiten, dem demografischen Wandel zu begegnen“, zog Thomas Zarda als Resümee dieser Veranstaltung.

Der „Masterplan Demografischer Wandel 2030“ soll bis Ende November fertiggestellt und dem Kreistag Ende des Jahres zur Entscheidung vorgelegt werden.


Das Gymnasium Taunussstein sowie die Sonnenschule Neuhof beteiligten sich an der Online-Befragung und wurden dafür mit einer Prämie in Höhe von 250 Euro, die für Schulprojekte verwendet werden können, ausgezeichnet.
 

Quelle:

https://www.rheingau-taunus.de/pressemitteilungen/detail/masterplan-demografischer-wandel-2030-in-arbeit.html

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