Fachtagung "Adoleszenz - Jugend 2013" am 01.11.2013

Die Therapeutische Einrichtung und Stationäre Jugendhilfe Eppenhain hat im Rahmen ihres 30 – jährigen Jubiläums am 01.11.2013 eine Fachtagung zum Thema "Adoleszenz - Jugend 2013" veranstaltet.
Ca. 50 Teilnehmer/-innen aus den Arbeitsfeldern Jugendhilfe, Suchthilfe, Psychiatrie und Schule waren anwesend.
Die Veranstaltung bot eine gute Gelegenheit im Kreis von Fachleuten zu überprüfen, wie pädagogische und therapeutische Arbeitsmethoden mit Jugendlichen verändert und weiter entwickelt werden können, um junge Menschen, die Hilfe suchen, wirklich zu erreichen, besser zu verstehen und sie in ihrer Mitwirkungsbereitschaft zu mobilisieren.

Neben den biologischen, physiologischen und psychologischen Veränderungen stand die soziologische und pädagogische Sicht der Adoleszenz im thematischen Fokus.
Der Wandlungsprozess „Adoleszenz“, der bis weit in die 3. Lebensdekade junger Menschen hineinwirken kann, ist geprägt von sehr komplexen Veränderungen des Gehirns. Das Verhalten von Jugendlichen erscheint in dieser Zeit für Erwachsene oft nicht nachvollziehbar, schwierig und problematisch. Vom öffentlichen Diskurs und den Medien beeinflusst, sind wir Erwachsenen alle leicht geneigt, den desolaten Zustand der Jugend festzustellen und uns Sorgen um ihre und unsere Zukunft zu machen. Nach diesem Fachtag wollen die Teilnehmer/-innen etwas unaufgeregter in den Kontakt mit den Jugendlichen gehen, sie in ihrer Kreativität und ihren Ressourcen wahrnehmen und wohlwollender mit dem schwierigen Verhalten umgehen, das vordergründig in Erscheinung tritt. Denn in der vermeintlichen Dreistigkeit von Jugendlichen, ihrer Kurzsichtigkeit und in ihren unüberlegten Handlungen dürfen nicht nur Gefahren gesehen, sondern müssen auch die Ressourcen der jungen Individuen und evtl. sogar Chancen für die Gesellschaft gesehen werden. Die Kunst der Fachleute liegt darin, täglich sensibel zu überprüfen, welches besondere Verhalten denn wirklich sozial absolut inakzeptabel ist und welches wohlwollend getragen und begleitet werden kann. Die Jugendlichen sollten ernster genommen werden, der Dialog gesucht werden und man sollte sich als Erwachsener die Chance geben sie nicht nur zu lehren und zu erziehen, sondern auch von ihnen zu lernen wie man sie am besten fördern kann.

Folgende Referate wurden vorgetragen, die Referenten/-innen haben diese auch als PDF zum Download zur Verfügung gestellt:

30 Jahre Eppenhain, „Erfolgreiche Arbeit mit schwierigen und abhängigen Jugendlichen.“ Robert Frank, Therapeutische Einrichtung und Stationäre Jugendhilfe Eppenhain

„Erwachsenwerden ist schwer! Was ist noch „normal“ und wann beginnt die Störung?“ Jörg Lüders-Heckmann, Vitos Kinder- und jugend-psychiatrische Ambulanz und Tagesklinik Oberursel, Vitos Klinik Rheinhöhe

„Lebenswelten von Jugendlichen heute – Ein Beitrag aus wissenschaftlicher Sicht.“ Dr. Nicole von Langsdorff, Evangelische Hochschule Darmstadt, University of Applied Sciences

„Lebensräume und -welten von Jugendlichen im Main Taunus Kreis – Ein Beitrag aus der Praxis.“ Markus Singer, Mobile Beratung Flörsheim