Alters-CM3

Autor: Werner Heinz

Bedarfsanalyse und Netzwerkanalyse als Basis eines altersspezifischen Case Management-Ansatzes für ältere Drogenabhängige

Der Suchthilfeverbund JJ beteiligt sich mit sieben Fachkräften in sechs Hilfeeinrichtungen an der 2014 gestarteten Studie AltersCM3 der Hochschule Koblenz in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abt. Köln.

Hintergrund und erwarteter Nutzen der Studie

„Menschen, die von illegalen Drogen wie Heroin abhängig sind, werden in Deutschland heute deutlich älter, als dies früher angenommen wurde. Eine Ursache hierfür ist die Substitutionsbehandlung und die insgesamt gut ausgebaute medizinische und psychosoziale Versorgung Drogenabhängiger.

In den nächsten Jahren wird die Zahl der älteren Drogenabhängigen mit Pflegebedarf und alterskorrelierten Erkrankungen erheblich ansteigen. Für häusliche Pflege fehlt in den meisten Fällen das erforderliche familiäre Umfeld.

Die ambulanten Pflegedienste, die stationären Pflegeheime und andere Einrichtungen der Altenhilfe verfügen bisher kaum über Erfahrungen in der medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Versorgung älterer Drogenabhängiger, die meist von kommunal finanzierten Drogen- und Suchtberatungsstellen betreut werden, denen aber wiederum alters- und pflegspezifische Kompetenzen fehlen.“ (Projektbeschreibung)

Module der Studie

In einer pilotierenden Phase wurde 2014/2015 in drei Modellregionen (Frankfurt a.M., Koblenz und Köln/Düsseldorf) eine Bedarfserhebung zu den Versorgungsbedarfen älterer Drogenabhängiger durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden Opiatabhängige, die zur Zielgruppe gehören, in den beteiligten Hilfeeinrichtungen zu ihrer Lebenssituation und ihren Bedürfnissen befragt.

Auf diesen Erhebungen aufbauend wurde dann ein auf die Zielgruppe der älteren Drogenabhängigen zugeschnittenes Manual für ein fallbezogenes Case Management erarbeitet, das nun – nach entsprechenden Schulungen – in den Modellregionen des Projekts Alters-CM³ erprobt und evaluiert wird.

Die Bedarfserhebung wird ergänzt durch eine onlinegestützte Netzwerkanalyse der kommunalen und lokalen Vernetzung der Dienste und Anbieter, die an der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung der Zielgruppe beteiligt sind.

Case Management – Qualifizierung von Fachkräften und Evaluierung

Die an der Studie mitwirkenden Fachkräfte unseres Verbundes erhielten eine Ausbildung entsprechend den Standards der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management DGCC. Die psychosoziale Arbeit mit den im ambulant Betreuten Wohnen, der Tagesstätte Rödelheimer Bahnweg sowie im Suchthilfezentrum Bleichstraße Frankfurt und in der Heroinambulanz Grüne Straße rekrutierten Studienteilnehmer/innen erfolgt auf der Basis des für die Studie entwickelten Manuals.

Ein besonderer Nutzen für die Arbeit der beteiligten Einrichtungen entsteht dabei als Nebeneffekt der Studie: das für die Zielgruppe der älteren Drogenabhängigen entwickelte Konzept von Case Management wird als Methode evaluiert und trägt bereits in der Erprobungsphase zur Anpassung und Qualitätsverbesserung der unserer Hilfeangebote bei.

Weitere Infos:

www.hs-koblenz.de/rmc/fachbereiche/sozialwissenschaften/institute-des-fachbereichs/institut-fuer-forschung-und-weiterbildung-ifw/aktuelle-forschungsprojekte/alters-cm3/